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Vitamin C

Vitamin C bzw. Ascorbinsäure oder Ascorbat genannt, ist eine organische Festkörpersäure. Vitamin C ist leicht oxidierbar und wirkt antioxidativ. Vitamin C ist sehr gut wasserlöslich und kristallisiert in Form weißlich bzw. farbloser Kristalle. Die wichtigste Eigenschaft von Vtamin C ist die physiologische Wirkung als Vitamin an sich. Ein Vitamin-C-Mangel kann sich bei Menschen durch Skorbut zu erkennen geben.

Vitamin C bzw. Ascorbinsäure ist empfindlich gegenüber Licht, Hitze, Sauerstoff und Schwermetallen.

Geschichte des Vitamin-C

Der Skorbut war bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. im Alten Ägypten als Krankheit bekannt. Auch der griechische Arzt Hippokrates und der römische Autor Plinius berichten darüber. Bis ins 18. Jahrhundert war Skorbut die häufigste Todesursache auf Seereisen. Im Jahre 1747 untersuchte der englische Schiffsarzt James Lind diese Krankheit. Er nahm 12 Seeleute, die unter der Skorbut litten und teilte sie in sechs Gruppen zu je zwei Personen. Jeder Gruppe gab er zusätzlich zu den üblichen Nahrungsrationen einen weiteren speziellen Nahrungszusatz. Im Speziellen: Obstwein, Schwefelsäure, Essig, Gewürze und Kräuter, Seewasser, sowie Orangen und Zitronen. Er stellte fest, dass die Gruppe, welche die Zitrusfrüchte erhielt, eine rasche Besserung zeigte. 1757 veröffentlichte Lind dieses Resultat. Doch erst 1795 ließ die britische Marine die Nahrungsrationen auf See mit Zitronensaft ergänzen. Zusätzlich wurden auch Sauerkraut und Malz zur Skorbutprävention eingesetzt.

Im Jahr 1912 entdeckte der Biochemiker Casimir Funk nach Studien zu der Mangelerkrankung Beri-Beri, dass diese durch das Fehlen einer chemischen Substanz, Thiamin, verursacht wurde. Er prägte dafür das Kunstwort „Vitamin“.
1921 gab der Biochemiker Sylvester Zilva einer Mischung von aus Zitronensaft isolierten Substanzen, die in der Lage war, Skorbut zu heilen, die Bezeichnung Vitamin C. Zwischen 1928 und 1934 gelang es dem ungarischen Wissenschaftler Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt, sowie Joseph L. Svirbely und unabhängig davon Charles Glen King durch Kristallisationsversuche die für die Heilung der Skorbut verantwortliche Substanz zu isolieren. 1934 stellte Györgyi fest, dass diese identisch mit der 1913 entdeckten Ascorbinsäure ist. Ebenfalls 1934 gelang Walter Haworth und Tadeus Reichstein erstmalig die Synthese künstlicher L-Ascorbinsäure aus Glucose. Haworth erhielt 1937 für seine Forschungen am Vitamin C den Nobelpreis für Chemie, Szent Györgyi den für Medizin. 1967 wurde erstmals die Verwendung hoher Dosen von Vitamin C bzw. Ascorbinsäure als Vorbeugung gegen Erkältungen und Krebs propagiert. Dies ist jedoch bis heute umstritten.

Vitamin-C Vorkommen

In der Nahrung kommt Vitamin C vor allem in Obst, Gemüse und Grüntee vor, sein Gehalt reduziert sich jedoch beim Kochen, Trocknen oder Einweichen sowie bei der Lagerung. Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Grapefruits enthalten in reifem Zustand viel Vitamin C. Grünkohl hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt aller Kohlarten. In Kohlgemüse ist Vitamin C in Form von Ascorbigen A und B gebunden. Wird das Gemüse gekocht, zerfallen die Moleküle in L-Ascorbinsäure und Indol, so dass es in gekochtem Zustand meist mehr Vitamin C enthält, als im rohen Zustand. Durch überlanges Kochen wird das Vitamin C jedoch teilweise zerstört und auch in das häufig nicht benutzte Kochwasser abgegeben. Rotkraut, Weißkraut und Sauerkraut sind ebenfalls Vitamin-C-Lieferanten, was lange Zeit vor allem in der Seefahrt von Bedeutung war (Skorbut). Die höchsten natürlichen Vitamin-C-Konzentrationen wurden in Camu-Camu und in der Acerola-Kirsche (Insel-Marajo, Nordbrasilien) gefunden.

Physiologische Bedeutung

Vitamin C ist ein Radikale-Fänger und hat eine antioxidative Wirkung. Vtamin C reduziert die ungeliebten freien Radikale. Es ist ein wichtiger Cofaktor bei der Hydroxylierungsreaktion und ermöglicht damit unter anderem die körpereigene Herstellung von Collagen und die Hydroxylierung von Steroiden. Darüber hinaus spielt Vitamin C eine wichtige Rolle beim Aufbau von Aminosäuren wie z.B. dem Tyrosin. Auch bei der Umwandlung von Dopamin zu Noradrenalin, im Cholesterin-Stoffwechsel und bei der Carnitinbiosynthese wird Vitamin C bzw. Ascorbinsäure benötigt.

Durch seine antioxidative Wirkung schützt Vitamin C andere wichtige Metaboliten und das Erbgut vor der Oxidation bzw. dem Angriff durch die freien Radikale. Vitami C ist ei Schutz der Zelle vor Schäden und somit auch vor Krebs, Arteriosklerose und Grauem Star.

Der Name Ascorbinsäure leitet sich von der Krankheit Skorbut ab, die durch Ascorbinsäure bzw. Vitamin C verhindert und geheilt werden kann. Mit Niacin und Vitamin B6 steuert Vitamin C die Produktion von L-Carnitin, das für die Fettverbrennung in der Muskulatur benötigt wird. Weiterhin begünstigt es die Eisenresorption im Dünndarm.

Vitamin C wird auch zur Prophylaxe von Erkältungen eingesetzt. Diese Anwendung wurde insbesondere in den 1970er-Jahren durch den Nobelpreisträger Linus Pauling populär. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Dauer einer Erkältung durchdie einnahme von Vitamin C geringfügig verringern lässt. Es ist jedoch eindeutig nachgewiesen, dass Vitamin C das Immunsystem (im Besondern die weißen Blutkörperchen) generell unterstützt. Vitamin C stärkt sowohl die zelluläre Immunabwehr, indem es die Lymphozyten und die Makrophagen aktiviert, als auch die humorale Abwehr, weil es die Serumkonzentrationen der Immunglobuline erhöht.

Außerdem wirkt Vitamin C entgiftend. Im Magen verhindert es, dass sich aus Nitrit und sekundären Aminen krebserregende Nitrosamine bilden. Gleichzeitig mindert es die Toxizität beispielsweise von Blei oder Cadmium und ist am Abbau verschiedener Medikamente und einigen Drogen beteiligt.

Neuerdings wird Vitamin C auch zur Vorbeugung und Behandlung der Reisekrankheit (Kinetosen) eingesetzt. Vitamin C, in Dosierungen zwischen 1 und 3 Gramm täglich, ist in der Lage, die Histaminspiegel bei Menschen mit Seekrankheit oder Mastozytose deutlich zu senken.

Vitamin-C Bedarf

In weiten Teilen der Welt ist die Versorgung mit Vitamin C relativ gut angelegt. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 100 mg. Die Meinungen hierüber gehen jedoch weit auseinander. Die Empfehlungen der einzelnen Insttutionen liegen zwischen 50 mg, bis hin zu 350 mg. Auch Aussagen wie, "so viel wie möglich!" sind landläufig bekannt. Fest steht nur, dass Mengen bis zu 5000 mg kurzzeitig als unbedenklich gelten. Überschüssige Mengen werden vom Körper über den Urin bzw. die Nierenfunktion ausgeschieden.

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