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Vitamin B6

Vitamin B6 ist ein Vitamin aus dem Vitamin-B-Komplex und ist ein Derivat des Pyridins. Vitamin B6 kommt als Pyridoxol/Pyridoxin (Alkohol), Pyridoxamin (Amin), Pyridoxal (Aldehyd) und deren Phosphorsäure-Estern vor. Pyridoxin wird auch als Sammelbegriff verwendet.

Geschichte des Vitamin B6

Das Vitamin B6 wurde 1934 entdeckt.

Aufgabe und Funktionen des Vitamin B6

Die phosphorylierten Vitamin B6-Derivate wirken als Koenzyme in etwa 100 enzymatischen Reaktionen. Fast alle Reaktionen finden im Aminosäurestoffwechsel statt. Eine weitere wichtige Aufgabe übernimmt das Pyridoxalphosphat (PLP oder PALP) (ein Pyridoxin-Derivat) als Cofaktor bei der Synthese der d-Aminolävulinsäure, eines Zwischenproduktes in der endogenen Häm-Synthese. Genannt sei auch die Beteiligung von Pyridoxalphosphat als Cofaktor beim Abbau der tierischen Stärke (Glykogen).

Vitamin B6 Vorkommen

Vitamin B6 kommt in geringen Dosen in fast allen Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft vor. Milchprodukte, Leber, Geflügel und Schweinefleisch, Fisch, Kohl, grüne Bohnen, Linsen, Feldsalat, Kartoffeln, Vollkorngetreide, Vollkornprodukte, Weizenkeime, Nüsse, Hefe, Weißbier, Avocado und Bananen sind sehr gute Quellen.

Vitamin B6 Bedarf

Da Vitamin B6 im Aminosäurestoffwechsel seine Wirkungen entfaltet, ist der Bedarf vom zugeführten Protein abhängig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Dosis von 0,02 mg pro 1 Gramm Protein. Das würde für Männer einen Vitamin-B6-Bedarf von 1,8 mg und 1,6 mg für Frauen bedeuten. Bei übermäßiger Proteinzufuhr nimmt man an, dass der Bedarf durch die angegebene Menge nicht gedeckt werden kann. Je mehr Eiweiß der Körper aufnimmt, desto mehr Vitamin B6 benötigt er.

Vitamin B6 Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Weil in fast allen Nahrungsmitteln Vitamin B6 vorkommt, sind Mangelerscheinungen selten. Es tritt meistens gemeinsam mit einem Mangel eines anderen wasserlöslichen Vitamins auf und hat folgende Anzeichen:

- Appetitverlust, Durchfall und Erbrechen.

- Dermatitis, Wachstumstörungen und Anämien.

- Degeneration der peripheren Nerven mit Paralyse und afferenter Ataxie, das heisst Wahrnehmungen des Körpers werden nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet, sodass dieses die notwendigen Bewegungsabläufe des Körpers nicht mehr richtig berechnen kann.

- Krampfzustände in unregelmäßigen Intervallen.

- Mikrozytäre, hypochrome Anämie (Störung der Häm-Biosynthese).

- Seborrhoe-ähnliche Zerstörungen um Augen, Nase und Mund.

- Cheilosis und Glossitis.

- Zu niedriger Diaminoxidase-Spiegel bei Histamin-Intoleranz.

- Angstzustände.

 

 

Vitamin B6 Überdosierung (Hypervitaminose)

Chronische Vitamin-B6-Hypervitaminose tritt erst durch tägliche Zufuhr von mehr als 500 mg auf. Diese Vtamin-B6-Dosis kann nicht durch natürliche Zufuhr erreicht werden, sondern nur durch Supplemente. Sie führte bei einer geringen Anzahl von Fällen zu Neurotoxizität und Photosensitivität. Die Neurotoxizität hat eine periphere, sensorische Neuropathie mit ataktischen Gangstörungen, Reflexausfällen und Störungen des Tast-, Vibrations- und Temperaturempfindens zur Folge. Auch das Auftreten einer Dermatitis, wie die Acne medicamentosa, ist beschrieben. Bei Säuglingen mit Zufuhr von einem Gramm Pyridoxin pro Tag hat eine Tachykardie, periphere Durchblutungsstörungen und Areflexie zur Folge. Solche Beschwerden sind nach Absetzten des Pyridoxins weitgehend rückgängig.

 

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